Jetzt auch mit Brief, Siegel und ziemlich viel Haltung

Willkommen im Blog von Pflanzen mit Haltung!

21. Oktober 2026

Es ist mal wieder Zeit für ein paar Neuigkeiten aus dem botanischen Paralleluniversum. Denn während es auf dieser Seite zuletzt etwas ruhiger zuging, haben die Pflanzen keineswegs untätig herumgestanden. Na gut, körperlich schon. Es sind schließlich Pflanzen. Aber hinter den Kulissen ist einiges passiert.

Und nicht nur dort. Auch auf dieser Website wurde ein wenig umgetopft.

Die bisherigen „Neuigkeiten“ haben einen neuen Namen bekommen und sind in die Chronik umgezogen. Keine Sorge, die alten Beiträge sind weiterhin an ihrem gewohnten Platz zu finden. Sie dokumentieren künftig die kleinen und großen Meilensteine dieses zunehmend eigensinnigen Buchprojekts.

Dafür gibt es jetzt etwas Neues: einen eigenen Blog rund um Pflanzen mit Haltung.

Hier soll künftig Platz sein für Gedanken, Beobachtungen, Geschichten und all das, was dem Autor und seinen botanischen Mitbewohnern so durch die Köpfe geht. Gesellschaftliche Merkwürdigkeiten, menschliche Eigenarten, literarische Einblicke und gelegentliche Beschwerden aus dem Gewächshaus ausdrücklich eingeschlossen.

Die Pflanzen haben bereits angekündigt, sich ungefragt einzumischen.

Der Autor hat vorsichtshalber darauf verzichtet, eine regelmäßige Erscheinungsweise zu versprechen.

Aber bevor dieser erste Blogbeitrag gleich wieder in eine Grundsatzdiskussion über redaktionelle Mitbestimmung ausartet, schauen wir lieber auf das, was zuletzt passiert ist.

Es wurde geschrieben, gezeichnet, überarbeitet, diskutiert, verschickt und sogar amtlich bescheinigt, dass diese botanische Gesellschaft inzwischen einen Namen hat, der nicht einfach so von jedem übernommen werden darf.

Aber der Reihe nach.

Pflanzen mit Haltung – jetzt sogar amtlich!

Was im Frühjahr als Buchprojekt begann, ist inzwischen auch beim Deutschen Patent- und Markenamt angekommen.

Am 10. Juni 2026 wurde „Pflanzen mit Haltung“ als Wortmarke angemeldet. Am 25. September erfolgte schließlich die Eintragung. Und am 1. Oktober lag die offizielle Markenurkunde im Briefkasten.

Mit Bundesadler, Registernummer und allem, was dazugehört.

Der Autor war durchaus ein bisschen stolz.

Die Monstera hingegen wollte zunächst wissen, ob sie damit jetzt ebenfalls amtlich als bedeutende Persönlichkeit anerkannt sei. Die Hoya erkundigte sich nach den exklusiven Vermarktungsrechten an ihrem Erscheinungsbild. Und der Kaktus stellte lediglich fest, dass man für eine amtlich bestätigte Haltung ziemlich viel Papier benötige.

Nun ja.

Unter der Registernummer 3020262317782 ist „Pflanzen mit Haltung“ als Wortmarke in den Klassen 9, 16 und 41 eingetragen. Damit ist der Name für die eingetragenen Waren und Dienstleistungen markenrechtlich geschützt.

Ein schöner Meilenstein für ein Projekt, das eigentlich nur mit einer recht einfachen Idee begonnen hatte: Was wäre, wenn Pflanzen nicht länger stillschweigend hinnehmen würden, was Menschen ihnen und sich selbst so alles zumuten?

Inzwischen haben sie offenbar sogar eine amtlich registrierte Haltung.

Neue Kleider für alte Bekannte

Auch beim ersten Buch hat sich einiges getan.

Das Softcover von „Pflanzen mit Haltung – Zwischen Blättern, Blüten und Befindlichkeiten“ hat eine zweite Auflage mit überarbeitetem Cover bekommen.

Wer nun auf zusätzliche Geschichten, heimlich eingeschmuggelte Kapitel oder eine schriftliche Entschuldigung des Kaktus hofft, muss enttäuscht werden. Inhaltlich hat sich nichts verändert.

Der Grund war wesentlich unspektakulärer: Für den stationären Buchhandel sollte der Verkaufspreis künftig direkt auf dem Cover stehen.

Eine rein praktische Angelegenheit also.

Deutlich spannender ist, was derzeit mit der geplanten illustrierten Hardcover-Ausgabe passiert.

Hier bekommen die Pflanzen noch einmal einen ganz anderen Auftritt. Zu den Geschichten entstehen eigene Illustrationen, die nicht einfach nur zeigen sollen, was im Text steht. Sie sollen vielmehr die Charaktere, ihre Eigenheiten und manchmal auch das sichtbar machen, was zwischen den Zeilen steckt.

Das ist leichter gesagt als gezeichnet.

Denn eine Mispel muss schließlich wie eine Mispel aussehen. Und eine beleidigte Orchidee darf zwar beleidigt sein, sollte aber nicht aussehen, als hätte sie gerade eine Nebenrolle in einem Kindercomic übernommen.

Inzwischen haben bereits mehrere Illustrationen ihre endgültige Form gefunden. Es wird weiter an den übrigen Motiven und der Buchgestaltung gearbeitet. Auch ein Lesebändchen ist vorgesehen.

Noch ist die illustrierte Hardcover-Ausgabe nicht erschienen. Wenn es so weit ist, wird es hier natürlich eine entsprechende Nachricht geben.

Die Monstera besteht darauf, dass ihre Darstellung bis dahin ausreichend repräsentativ ausfällt.

Fünfzehn Bücher und ein ziemlich fragwürdiges Losverfahren

Auch auf LovelyBooks hat sich etwas getan: Die erste Leserunde zu „Pflanzen mit Haltung“ wurde auf den Weg gebracht.

Ursprünglich sollten zehn Exemplare vergeben werden. Doch es gab so viele schöne Bewerbungen, dass der Autor schließlich fünfzehn daraus machte.

Die Auswahl wurde selbstverständlich unter strengsten Bedingungen durchgeführt.

Die Namen der Bewerberinnen und Bewerber wurden auf kleine Zettel geschrieben, zusammengeknüllt und auf den Kaktus geworfen. Wer an seinen Stacheln hängen blieb, hatte gewonnen.

Der Kaktus bezeichnet dieses Verfahren als unabhängig, unparteiisch und hinreichend schmerzhaft für den Autor.

Die Exemplare haben sich inzwischen auf den Postweg gemacht. Nun dürfen die Geschichten bei ihren neuen Leserinnen und Lesern einziehen.

Besonders spannend ist dabei immer wieder, wie unterschiedlich die Figuren wahrgenommen werden. Was den einen zum Lachen bringt, stimmt andere nachdenklich. Und während eine Geschichte für manche kaum mehr als eine amüsante botanische Begegnung ist, erkennen andere darin plötzlich den eigenen Arbeitsalltag, die Nachbarschaft oder sich selbst.

Genau das macht für den Autor einen besonderen Reiz dieses Projekts aus.

Mit Vollgas ins Verwelken – es geht weiter

Natürlich wird auch am zweiten Band gearbeitet.

„Pflanzen mit Haltung – Mit Vollgas ins Verwelken“ nimmt sich eine menschliche Angewohnheit vor, die aus Sicht der meisten Pflanzen ohnehin dringend behandlungsbedürftig ist: den Zwang, ständig produktiver, schneller, besser und möglichst in allem gleichzeitig erfolgreich sein zu müssen.

Während Menschen ihre Freizeit optimieren, ihre Schritte zählen und aus jeder freien Minute noch irgendeinen persönlichen Mehrwert pressen wollen, steht der Kaktus seit Jahrzehnten weitgehend unverändert herum.

Und hält sich für das gelungenere Lebensmodell.

Einige Geschichten für den zweiten Band sind inzwischen fertig, andere werden noch bearbeitet. Auch die Illustrationen nehmen Gestalt an.

Unter anderem geht es um Dinge, die man ganz bestimmt nächste Woche erledigt. Um Entwicklungen, die mit einem einzigen Blatt beginnen. Und um die Frage, wie weit man sich eigentlich verausgaben sollte, nur weil irgendjemand beschlossen hat, dass Wachstum grundsätzlich grenzenlos sein müsse.

Die Pflanzen haben dazu Meinungen.

Viele Meinungen.

Und plötzlich mischt die Community mit

Eine besonders schöne Entwicklung der letzten Wochen ist der Austausch auf eYou.

Dort haben sich rund um „Pflanzen mit Haltung“ Gespräche entwickelt, die längst über die eigentlichen Buchgeschichten hinausgehen.

Menschen erzählen von ihren eigenen Pflanzen, schlagen neue Charaktere vor, diskutieren über mögliche Geschichten oder liefern ganz nebenbei Ideen, auf die der Autor allein vermutlich nie gekommen wäre.

So hat beispielsweise eine koreanische Kiefer mit DDR-Vergangenheit ihren Weg in die Figurensammlung gefunden. Ebenso eine Forsythie namens „Dresdner Vorfrühling“, deren Geschichte durchaus mehr verspricht als ein paar gelbe Blüten im Frühjahr.

Ob alle diese Figuren irgendwann tatsächlich in einem Buch auftauchen, bleibt abzuwarten.

Aber eines ist inzwischen sicher: Wer dem Autor eine interessante Pflanze vorstellt, läuft Gefahr, dass sie irgendwann anfängt zu sprechen.

Und dann ist es erfahrungsgemäß schwierig, sie wieder zum Schweigen zu bringen.

Was bleibt? Und was kommt?

Aus einer Idee ist ein Buch geworden. Aus dem Buch ein kleines literarisches Universum. Und aus diesem Universum inzwischen ein Projekt mit eigenen Figuren, mehreren Ausgaben, einer wachsenden Leserschaft, einer eingetragenen Wortmarke und noch reichlich unveröffentlichten Geschichten.

Das ist mehr, als der Autor zu Beginn erwartet hatte.

Vor allem aber ist es ein schöner Grund, einmal Danke zu sagen.

An alle, die das Buch gekauft, gelesen, verschenkt, rezensiert oder weiterempfohlen haben. An diejenigen, die kommentieren, mitdenken und neue Ideen beisteuern. Und an alle, die diese eigensinnigen Gewächse inzwischen ein kleines Stück auf ihrem Weg begleiten.

Mit diesem Blog kommt nun ein weiteres kleines Stück dazu.

Während die Chronik weiterhin festhält, wie sich „Pflanzen mit Haltung“ entwickelt, darf es hier künftig etwas ungeordneter zugehen. Hier ist Platz für Geschichten, die es vielleicht niemals in ein Buch schaffen. Für Beobachtungen, die zu schade sind, um sie für sich zu behalten. Für Gedanken über die Welt, ihre Bewohner und deren gelegentlich bemerkenswerten Mangel an gesundem Menschenverstand.

Und natürlich für Pflanzen, die der festen Überzeugung sind, dass die Menschheit dringend ein wenig botanische Nachhilfe benötigt.

Hier wächst also weiter einiges.

Nicht immer nach Plan. Nicht immer besonders schnell. Und ganz sicher nicht ohne gelegentlichen Widerspruch.

Aber vielleicht ist das ja genau der Punkt.

Man muss nicht ständig schneller wachsen. Manchmal reicht es vollkommen, weiter Wurzeln zu schlagen.

Der Kaktus hätte das vermutlich kürzer formuliert.

„Läuft doch.“

Und ausnahmsweise hat er damit recht.

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© 2026 Timo Hörske. Alle Rechte vorbehalten.
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